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Getreidefreies Futter: Marketing-Hype oder echte Hilfe?

"Grain-free" ist überall. Aber braucht dein Hund das wirklich? Die unbequeme Wahrheit über getreidefreies Futter.

Getreidefreies Futter: Marketing-Hype oder echte Hilfe?

Getreidefreies Futter kostet mehr. Also muss es besser sein, oder?

Nicht unbedingt. Lass mich erklären.

Können Hunde Getreide verdauen?

Die kurze Antwort: Ja.

Die lange Antwort: Hunde haben sich im Laufe der Domestikation angepasst. Sie besitzen mehr Amylase-Gene als Wölfe – das Enzym, das Stärke abbaut. Dein Hund ist kein Wolf mehr, auch wenn er manchmal so tut.

Wann getreidefreies Futter Sinn macht

Bei echter Getreideallergie

Die gibt es – aber seltener als die Futter-Industrie uns glauben machen will.

Symptome:

  • Chronischer Juckreiz
  • Wiederkehrende Ohrenentzündungen
  • Verdauungsprobleme

Wichtig: Eine echte Allergie muss durch eine Ausschlussdiät diagnostiziert werden. Nicht durch Vermutung!

Bei individueller Unverträglichkeit

Manche Hunde vertragen bestimmte Getreidesorten einfach nicht. Wenn dein Hund Weizen nicht verträgt, probiere Reis oder Hafer – nicht zwingend komplett getreidefrei.

Die überraschende Allergiker-Liste

Rate mal, was die häufigsten Allergene sind:

  1. Rindfleisch – Platz 1!
  2. Milchprodukte
  3. Huhn
  4. Weizen – erst Platz 4
  5. Ei

Die meisten Hundeallergien sind gegen Proteine, nicht gegen Getreide.

Die dunkle Seite: DCM-Warnung

Seit 2018 untersucht die US-Behörde FDA einen möglichen Zusammenhang zwischen getreidefreiem Futter und der Herzerkrankung DCM (Dilatative Kardiomyopathie).

Das Problem scheinen nicht die fehlenden Körner zu sein, sondern was stattdessen drin ist: hohe Mengen an Erbsen, Linsen und Kartoffeln.

Tipp: Solange die Forschung läuft, würde ich nicht ohne Grund auf getreidefreies Futter wechseln.

Was wirklich wichtig ist

Statt "getreidefrei" zu jagen, achte auf:

  • Hoher Fleischanteil – Fleisch sollte an erster Stelle stehen
  • Deklaration – Je genauer, desto besser. "Tierische Nebenerzeugnisse" sagt nichts
  • Keine Chemie – Künstliche Farb- und Konservierungsstoffe braucht niemand

Die BARF-Alternative

Bei der Rohfütterung stellt sich die Frage gar nicht erst. Hier kommen Kohlenhydrate aus Gemüse und Obst – Karotten, Zucchini, Äpfel. Kein Getreide, aber auch keine Ersatz-Kohlenhydrate in Massen.

Das entspricht am ehesten der natürlichen Ernährung.

Mein Fazit

"Getreidefrei" ist kein Qualitätsmerkmal. Es ist eine Marketing-Kategorie.

Frag nicht: "Ist Getreide drin?"

Frag: "Was ist drin? Und tut es meinem Hund gut?"

Beobachte deinen Hund. Glänzendes Fell, fester Kot, Energie? Dann ist das Futter richtig. Egal ob mit oder ohne Getreide.

Hundementor

Geschrieben von

Hundementor Team

Unser Expertenteam aus Tierärzten, Ernährungsberatern und erfahrenen Hundehaltern teilt Wissen mit Herz und Verstand – für ein glückliches Hundeleben.

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